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Kleiner, behaarter Gartenhelfer – die Rote Mauerbiene

13-05-2011 - Ein Bericht von Priv.-Doz. Dr. Martin Kraft, Marburg (Deutschland)

Innerhalb der Familie Bienen Apidae gehört die häufige Rote Mauerbiene Osmia rufa zur Unterfamilie Bauchsammlerbienen Megachilinae. Im Siedlungsbereich gehört sie in Mitteleuropa zu den häufigsten Wildbienen. Man findet sie aber nicht selten auch an Waldrändern, in Steilwänden von Kiesgruben oder an Wegen. Die Weibchen dieser Unterfamilie kann man leicht an der behaarten Bauchbürste erkennen, die sich als Sammeleinrichtung entwickelt hat. Sie besteht aus kleinen, schräg nach hinten gerichteten Borsten, die zumeist anders (z.B. rot/schwarz) als der restliche dunkelbraune Hinterleib gefärbt sind. Bei der Roten Mauerbiene ist die pelzige Behaarung sowie die recht bunte Färbung besonders augenfällig. Die Weibchen sind mit etwa 10 – 12 mm Körperlänge etwas größer als die Männchen. Die bei den Weibchen an der Stirn befindlichen Hörnchen fehlen dem Männchen, welches an der weißlichen Stirnbehaarung und merklich längeren Fühlern erkennbar ist. Die Rote Mauerbiene erscheint schon im zeitigen Frühjahr (Anfang März) und fliegt bis etwa Ende Juni. Im April/Mai ist sie eine auffällige Erscheinung auch in unseren Gärten, wo sie mit Vorliebe an Blüten aller Arten, oft an Obstbaumblüten, zu finden ist.

Zuerst sind die Männchen im Frühjahr aktiv, wenn sie sich an bestimmten Plätzen wie Holzstapeln, in Geräteschuppen oder im Bereich von Komposthaufen sammeln und auf die Weibchen warten, um sich mit ihnen zu paaren. Nach der Paarung suchen die Weibchen nach geeigneten Nistplätzen, wobei sie nicht selten zu dem Platz zurückkehren, an dem sie selber aufgewachsen sind. Bei der Auswahl der Nistplätze erweisen sich die emsigen kleinen Insekten als sehr anpassungsfähig, wobei längliche Hohlräume bevorzugt werden. Man hat sie auch schon oft an Tür- und Fensterspalten von Häusern gefunden. Will man die fleißigen Nektarsammler im eigenen Garten anlocken, dann eignen sich verschiedene Nistkästen, die von VIVARA angeboten werden, besonders gut. Wie die Honigbiene auch ist die Rote Mauerbiene sehr wichtig für die Bestäubung von Obstbäumen, Brombeeren, Himbeeren und Erdbeeren. Verwendet man die „DUO-Insekten-Nistkästen“ von VIVARA, so kann man auch beispielsweise Marienkäfer anlocken, bei denen vor allem die Larven fleißige Blattlausvertilger sind, was auch für die Larven der Florfliegen gilt, die ebenfalls in solchen Nistkästen brüten.

Zum Nestbau in den bevorzugten länglichen Röhrchen verwendet die Rote Mauerbiene vor allem Lehm, der mit ihrem Speichel vermischt und damit geschmeidig wird. Nach dem Nestbau wird ständig Nektar und Pollen eingetragen. Der Pollen wird an der Bauchbürste getragen, die sich dabei auffällig gelb verfärbt. Der Nektar wird immer im Kropf transportiert. Diese Sammelflüge dienen als Nahrungsvorrat für die Brut. Innerhalb der Niströhrchen werden mehrere Brutzellen gebaut, so dass in der Folge ein Liniennest entsteht. Manchmal werden aber auch unregelmäßig geformte Haufennester gebaut, wenn die Hohlräume zu weit sind. In das Nektar-Pollengemisch jeder Brutzelle wird ein etwa 2 mm großes Ei abgelegt. Die Larve schlüpft nach etwa 10 Tagen und ist zunächst mit dem Hinterende im Nahrungsvorrat verankert. Nach 1 bis 2 Wochen löst sie sich jedoch von diesem Sockel und dreht das Körperende zur Abschlusswand. Nach weiteren knapp 3 Wochen spinnt sie einen Kokon zur Verpuppung. Die nächste Bienengeneration schlüpt Ende August/Anfang September und bleibt bis zum Flugbeginn im nächsten Frühjahr innerhalb des Kokons, der sie vor den Unbilden des Winters schützt. In den vorderen Brutzellen, die sich nahe dem Nesteingang befinden, leben stets die Männchen, die sich aus unbefruchteten Eiern entwickeln, während sich die Weibchen aus befruchteten Eiern entwickeln. Die Weibchen sorgen stets dafür, dass sich immer Männchen in den vorderen Brutzellen befinden, weil diese im Frühjahr eher ausfliegen müssen, um geeignete Paarungsplätze zu finden.

Die Brutbiologie der Roten Mauerbiene ist demnach sehr interessant und als fleißiger Gartenhelfer sollte uns dieses hübsche Insekt immer willkommen sein!

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